Geschichte des Vereins

Der Karneval bei den Erwachsenen in grossen Gesellschaften ist oft kein unkompliziertes Unterfangen. Gegenüber der Entwicklung des Porzer Kinderkarnevals in den vergangenen mehr als 50 Jahren erscheinen die Organisationsformen bei den ,,Grossen" aber relativ friedlich verlaufen zu sein. Demgegenüber haben sich die Erwachsenen bei der Geburtshilfe eines kindgerechten Karnevals meist sehr schwer getan. Wenn gerade einmal Strukturen aufgebaut waren, gehörten diese schnell wieder der Vergangenheit an.

 

Erstmals wurde von einem Porzer Kinderdreigestirn 1959 berichtet, in einer Zeit in der mehrere Karnevalsgesellschaften in der selbstständigen Stadt Porz gegründet wurden. In dieser Zeit zeigt der Gesamt Porzer Karneval erste Auflösungserscheinungen. Das hat einige Porzer nicht davon abgehalten, ein Kinderdreigestirn mit einem Porzer Wappen auf der Brust der Öffentlichkeit zu präsentieren. Weitere Details sind leider nicht bekannt. Auf einem Foto konnte lediglich der abgebildete Bauer Dieter (Treffer) identifiziert werden. Er war an diesem Tag mit seinen Eltern in einer Rather Gaststätte, wo die Veranstaltung mit dem Porzer Kinderdreigestirn stattfand. Der eigentliche Bauer war erkrankt, und so steckten die Veranstalter den kleinen Dieter in das Kostüm des Bauern. Seine Amtszeit dauerte allerdings nur einen Tag. Nach dieser kurzen Episode gehörte ein Kinderdreigestirn lange Zeit der Vergangenheit an. 

 

Erst Anfang der 1970er Jahre fackelte in Porz-Wahn wieder das Interesse an einem Dreigestirn auf. Seit 1974 tritt dieses aus Kindern bestehende Trifolium wieder in die Öffentlichkeit. Die Organisation wurde vom Engagement der Eltern und von Einzelpersonen getragen. Die finanziellen Mittel waren beschränkt, so dass die Kostüme geliehen werden mussten.

 

Im Jahre 1986 gründete der Wahner Werner Grolla mit Unterstützung der Interessengemeinschaft Wahner Karneval die Kinderprinzenwache Porz e. V. Mit dieser straffen Organisationsform waren zum ersten mal auch die finanziellen Rahmenbedingungen für die jährliche Präsentation von Kindertollitäten gewährleistet. Mit Karl Suikowski fand die Kinderprinzenwache einen Förderer der einen Karnevalswagen stiftete und damit die Teilnahme am Zug für die drei Pänz sicherstellte. Werner Grolla gelang es, neue Mitglieder und Förderer für den Verein zu finden. Erstmals konnten 1990 eigene Ornate für die Kinderprinzenwache angeschafft werden. Mit den ,,Roten Fünkchen" wird 1994 eine Begleittruppe den Kindertollitäten an die Seite gestellt, die Ehrengarde des Porzer Kinderdreigestirns. Der Verein wurde mit dem inzwischen dritten Wagen und eigener Standarte ein fester Bestandteil des Wahner Samstags- und des Porzer Rosensonntagszuges. In Wahn bildet das Kinderdreigestirn den Höhepunkt des Umzuges und präsentiert damit die besondere Verbundenheit zu diesem Stadtteil.

 

2000 trat Werner Grolla als Präsident und Vorsitzender der Kinderprinzenwache zurück. Es fehlte der Organisation die Führung und so beschloss die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins und die Integration des Kinderdreigestirns als Interessengemeinschaft in den Festausschuss Porzer Karneval. Damit war der Bestand des Kinderdreigestirns erst einmal gesichert.

 

Ein Kinderdreigestirn ist aus dem Porzer Karneval nicht mehr wegzudenken und bereichert das bunte Treiben. Die Kinderprinzengarde Porz e. V. in der jetzigen Form wurde 2001 mit Heinrich Pütz an der Spitze gegründet. Heinrich Pütz lag die Verbindung zwischen dem Verein und dem Festausschuss sehr am Herzen.

 

Seine Maxime lautete: „Erwachsene gehören bei einem Kinderdreigestirn nicht auf die Bühne. Die Kinder sortieren und disziplinieren sich schon selbst.“ Das dies stimmt, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue.

 

Zurzeit begleitet das Kinderdreigestirn ein Gardecorps bestehend aus 10 Fünkchen, darunter die Standartenträgerin Julika Nolte, die Kommandantin Marie Colonia Weinandy und der Sitzungspräsident, sowie Chef d` Equipe bei Auftritten Lucas Kastleiner.

 

Dass es sich bei der Kinderprinzengarde Porz e. V. um eine ganz besonderen Verein handelt, spiegelt sich durch die vielen engagierten Mitglieder wieder, ohne die die Rund 70 Auftritte nicht zu meistern wären. Besonders erfreulich ist auch, dass viele Ex-Tollitäten und ihre Familien im Anschluss an ihre Session aktiv im Verein mitwirken und ihn bereichern.

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